Der ein oder andere mag Fahrradfahren. Nicht wenige betreiben Ballsport. Was läge also näher, als beides zu kombinieren? Darf ich vorstellen – Radball. Wenn man Radball spielen kann, heißt Radball 14 Minutenlang hin – und herrasen, Ball führen, Ball verlieren, Ball zurückgewinnen, Ball passen und Ball ins Tor schießen. Wenn man anfängt, sieht das dagegen ganz anders aus.
Mit einem Fahrrad einen Ball schießen? Wie soll das überhaupt gehen? Man kann ja höchstens so dagegen fahren, dass er ein bisschen vor sich hin kullert. Spannend ist daran rein gar nichts. Zugegeben, die Radballer tricksen ein bisschen: Sie haben andere Räder. Die Enden vom Lenker sind nach oben, leicht schräg weg vom Fahrer ausgerichtet, damit man sie weiter drehen kann. Zusätzlich haben sie keine Bremshebel, die den Griff behindern könnten.
Zum Bremsen muss man stattdessen mit dem Treten aufhören, es gibt nämlich keinen Leerlauf und wenn sich die Kette nicht bewegt, bleibt auch das Rad stehen. Das heißt, dass es beim Rückwärtstreten auch rückwärts geht, solange bis man herunterfällt. Denn das Sitzenbleiben fällt anfangs etwa so leicht wie beim Rodeo – und aus Drahtesel wird Drahtochse.
Deswegen lernt man am Anfang Radfahren neu und arbeitet sich Schritt für Schritt voran: Geradeausfahren, bremsen stehenbleiben – ohne den Boden zu berühren. Dafür stellt man die Pedale parallel zum Boden, und das vordere Bein wird an den Rahmen des Rads abgelegt. Darauf kommt dann der Lenker, sodass man die Hände sogar ganz weg lassen kann, um zum Beispiel zu klatschen, oder -viel wichtiger- Bälle zu fangen.
Damit ein Ball auf diese Höhe kommt, muss er richtig geschossen werden. Das lernt man am Anfang und perfektioniert es über die Zeit. Erstmal fährt der Spieler so an den Ball heran, dass sich der hintere Teil des Vorderrads neben dem Ball befindet. Jetzt kann man den Lenker in die Richtung drehen, auf der der Ball sich nicht befindet. Dadurch schlägt der hintere Teil des Vorderrads aus und stubst den Ball an. Mit genug Kraft, Übung und der richtigen Technik kann man so auch Tore schießen – und zwar nicht nur, wenn der Torwart den Ball absichtlich hereinlässt.

Beim Radball spielen zwei Teams aus je zwei Spielern gegeneinander. Torwart und Stürmerrollen sind nicht festgesetzt, sondern ändern sich dynamisch: Derjenige, der im eigenen Strafraum steht ist Torwart und darf somit den Ball in die Hand nehmen.
Die sich ändernden Rollen und die kleine Spielerzahl legen nahe, dass auf dem Spielfeld nicht viel Platz ist. Es passt in ein Drittel unserer Turnhalle, auch mit den Banden, die den Seitenrand auf beiden Seiten begrenzen
Wer selber Lust hat, Bälle mit Rädern durch die Gegend zu bolzen, oder mit einem Wheelie einen Torschuss abzuwehren, kann das (wahrscheinlich) auf dem diesjährigen Sommerfest ausprobieren. Dort kommt nämlich der RSV mit ein paar Rädern vorbei. Seit über 100 Jahren gibt es den Radsportverein Solidarität Pullach schon und aktuell wird mittwochs von 17:30 – 19:00 Uhr und freitags von 19:30 – 21:00 Uhr in der Halle der Pater-Rupert-Mayer-Schule trainiert. Wer sich außerdem schon immer mal gefragt hat, wie sich ein Kopfstand auf dem Fahrrad anfühlt, kann mitttwochs um 16:30 Uhr zum Kunstradtraining kommen.