Heute steht ein Interview mit Frau Halanke auf dem Plan. Wir haben mit ihr über ihre Ziele als Lehrerin und ihr Referendariat geredet. Viel Spaß beim Lesen.
Mühle: Frau Halanke, wie lange dauert Ihr Referendariat noch?
Frau Halanke: Also das Referendariat dauert jetzt noch ein gutes halbes Jahr, bis zu den Sommerferien.
Mühle: Warum haben Sie sich für Mathe und Sport entschieden?
Frau Halanke: Mathe und Sport waren die Fächer, die mir immer am meisten Spaß gemacht haben. Es macht mir Spaß, Mathe zu erklären, weil ich hoffe, dass die Schüler es dann besser verstehen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich mich gut in die Leute reinversetzen kann. Sport empfinde ich als eine tolle Abwechslung und in der Halle macht es super viel Spaß, sich zu bewegen.
Mühle: Das heißt, Mathe und Sport waren auch Ihre Lieblingsfächer, als Sie in der Schule waren?
Frau Halanke: Ich mochte eigentlich die meisten Fächer, Kunst, Musik, Geografie und Französisch. Aber ja, ich würde schon sagen, dass das meine Steckenpferde waren.
Mühle: Welche Ziele haben Sie nach dem Referendariat?
Frau Halanke: Ich hoffe natürlich, dass ich eine Planstelle als Lehrerin bekomme, aber das sieht ja momentan durch die allgemeine Situation ganz gut aus. Außerdem hoffe ich, dass ich wieder in Richtung München komme, wo ich jetzt auch gerade bin und nicht an das andere Ende von Bayern versetzt werde.
Mühle: Wie bereiten Sie Ihre Stunden vor?
Frau Halanke: Ich überlege mir: Was ist mein Ziel in der Stunde? Was will ich den Schülerinnen und Schülern beibringen? In Mathe zum Beispiel, was ist die neue Sache, die wir lernen wollen? Und dann auch in beiden Fächern: Was könnte vielleicht auch ein bisschen Spaß machen, als nur dazusitzen und sich zu denken, jetzt schon wieder ein Hefteintrag?
Mühle: Was möchten Sie später anders machen als Ihre Lehrerinnen und Lehrer früher?
Frau Halanke: Ich möchte, dass in Sport vor allem die Notengebung klar und nachvollziehbar ist und vor allem auch, dass es nicht nur darum geht, wer am weitesten, höchsten springt. Natürlich gibt es ein paar Noten, die immer gemacht werden müssen. Aber grundsätzlich ist mir wichtig zu vermitteln, dass man da mehrere Aspekte beachten kann. Mir geht es darum, Spaß am Sport zu vermitteln und auf keinen Fall Angst davor hervorzurufen. Das ist ein großes Ziel: Auch in Mathe auf die Schwächeren eingehen. Eben nicht zu sagen, wenn der Beste es verstanden hat, machen wir gleich weiter, sondern versuchen, alle mitzunehmen.
Mühle: Welche Themen unterrichten Sie am liebsten, welche eher nicht?
Frau Halanke: Das ist eine schwierige Frage. Im Sport ist es natürlich so, dass ich sehr gerne Turnen, Volleyball und alles, was ich auch selber gut kann, unterrichte, weil ich mich in den Bereichen sehr sicher fühle. In Sportarten, in denen man jetzt selber nicht so sicher fühlt und nicht so viel Spaß hat, braucht man sehr viel Vorbereitungszeit. Trotzdem macht es auch Spaß, das zu unterrichten. In Mathe sind natürlich Themen schön, bei denen der Alltagsbezug offensichtlich ist. So kann man den Schülerinnen und Schülern zeigen, dass sie Vieles für ihr späteres Leben benötigen. Aber die Schülerinnen und Schüler dazu zu motivieren, einfach nur stupide Aufgaben herunterzurechnen, ist natürlich sehr anstrengend.
Mühle: Wie gehen Sie damit um, wenn Schüler unwillig sind, im Sportunterricht mitzuarbeiten?
Frau Halanke: Ja, das ist schwierig, da es in den Klassen auch immer unterschiedlich ist. Vor allem im Sportunterricht, gibt es Noten auf Kooperation, Mitarbeit sowie auch auf Leistungen. Noten im Sportunterricht sind grundsätzlich ein schwieriges Thema, da es ja Pros dafür und Kontras dagegen gibt. Natürlich ist mein Ziel, dass die Schülerinnen nicht für die Noten den Sport mitmachen, sondern weil sie daran Spaß haben und mein Unterricht motivierend ist. Meine Methode ist, den Unterricht so zu gestalten, dass möglichst alle Lust haben mitzumachen.
Mühle: Gibt es etwas, was Sie von Schüler:innen gelernt haben?
Frau Halanke: Sehr viel. Es ist schwierig eine Sache rauszusuchen, man lernt ja jeden Tag von Schülerinnen und Schülern, wie zum Beispiel, welche Fehler es noch gibt, die man bis dahin nicht beachtet hatte. In Mathe erkennt man häufig, dass Schüler etwas falsch auffassen und dann bemüht man sich darum, es nochmal besser zu erklären. Im Sport merkt man, wenn ich den Tipp gebe, klappt es bei dem einen gleich gut und bei dem anderen vielleicht nicht so. Feedback von Schülerinnen und Schüler ist unglaublich wichtig, weil man dadurch am besten erkennt, wie man seinen Unterricht besser gestalten kann.
Mühle: Was mögen Sie am meisten an Ihrem Beruf?
Frau Halanke: Jeden Tag in die Schule zu kommen und verschiedene Gesichter zu sehen. In einem halben Jahr baut man eine Verbindung zu den Schülerinnen und Schülern auf und es ist einfach schön hinzugehen und mit jüngeren und älteren Kindern zu arbeiten. Es wird nie langweilig, man hat zwar vielleicht jedes Jahr eine siebte Klasse, aber jedes Jahr halt eine andere mit anderen Charakteren. Das finde ich sehr schön.
Mühle: Gab es einen Moment in einer Klasse, der Sie besonders berührt hat?
Frau Halanke: Ja! Letztes Jahr hatte ich eine 7. Klasse vier Stunden in Mathe und die Mädchen noch vier Stunden in Sport. Das war sehr viel und dann lernt man sich natürlich über ein halbes Jahr sehr gut kennen. Wir waren alle sehr traurig als ich gehen musste. Es war ein sehr schöner Moment, weil wir auch dann unsere letzte Sportstunde hatten und gemeinsam ein Spiel gespielt haben. Ein richtig schönes Miteinander.
Mühle: Wenn Sie an Ihre eigene Schulzeit zurückdenken, welche Lehrerin oder welcher Lehrer hat Sie am meisten geprägt?
Frau Halanke: Ich würde sagen, es war meine Englischlehrerin. Die hatte ich länger in Englisch, was nicht gerade mein bestes Fach war, aber sie hat richtig viel Spaß am Unterricht und auf Studienfahrten vermittelt. Da hab ich mir gedacht, so will ich auch mal unterrichten.
Mühle: Können Sie sich an den Moment erinnern, in dem Sie wussten, ich will unbedingt Lehrerin werden?
Frau Halanke: Nein, das kann ich tatsächlich nicht. Ich wollte schon immer Lehrerin werden und habe dann tatsächlich vor dem Studium sehr lange darüber nachgedacht, ob ich es nur machen möchte, weil ich es schon immer machen wollte? Oder ob ich es wirklich machen will. Den einen Moment gab es nie.
Mühle: Wenn Sie Sport in drei Worten beschreiben müssten, welche wären das?
Frau Halanke: Spaß, Anstrengung und Miteinander.
Mühle: Welchen Tipp würden Sie jemandem geben, der auch Lehrerin werden möchte?
Frau Halanke: Tief durchatmen, bevor man den nächsten Schritt macht. Und nicht aufregen.
Mühle: Dankeschön für das Interview!
Frau Halanke: Sehr gerne.