Der Schulalltag am GymPu vor 20 Jahren

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Viele wissen dies vielleicht nicht, doch vor einigen Jahren gab es am Gymnasium Pullach bereits eine Schülerzeitung. Um Genaueres über „Klartext“ zu erfahren, habe ich dem damaligen Chefredakteur Patrick Schramm einige Fragen gestellt. Er ist ehemaliger Abiturient und Schülersprecher des Gymnasium Pullach und konnte mir interessante Infos geben. Dabei hat er auch erzählt, wie der Alltag als Schüler am Gymnasium Pullach damals war. 

Wie entstand die Schülerzeitung „Klartext“? Wart ihr die Gründer?

„Gründerin war meine Vorgängerin Sarah Meinen. Sie hat damals die Schülerzeitung gegründet. Es gab auch vorher schonmal eine Schülerzeitung am Gymnasium mit einem anderen Namen, an den ich mich nicht ganz erinnern kann. Aber „Klartext“ haben wir damals übernommen und wiederbelebt.“

Wie kamst Du zu Deinem Posten als Chefredakteur?

„Sarah hat damals nach Nachfolgern gesucht, die ihr Amt übernehmen möchten. Ich hatte in der Oberstufe Deutsch Leistungskurs und fand die Idee, für ein Publikum zu schreiben, schon immer cool. Wir waren mit sechzehn zu der Zeit ziemlich zudem gesellschaftskritisch und wollten unbedingt etwas ändern, was dann die Motivation dafür war, in die Schülerzeitung einzusteigen.“

Gab es gesellschaftliche oder politische Themen, die in der Schülerzeitung im Fokus waren?

„Das ist zwar schon länger her, aber ich kann mich noch erinnern, dass der Amoklauf in Erfurt 2002 ein großes Thema war. Es war einer der ersten Amokläufe in Deutschland und da haben wir uns natürlich gefragt, wie ein Schüler zu so etwas fähig ist. Das hat uns damals stark bewegt. Außerdem war George Bush US-Präsident und dadurch waren Irak-Krieg und ähnliche Themen selbstverständlich in unserer Zeitung vertreten. Was auch ganz spannend ist – Es gab die Diskussion, dass keine Tabakwaren mehr an Jugendliche verkauft werden dürfen. Das ist heute natürlich selbstverständlich, aber zu der Zeit war es noch relativ neu. Wir haben dann mit vierzehn- und fünfzehnjährigen Testkäufe gemacht und eine Reportage darüber geschrieben, wie leicht es ist Zigaretten und Ähnliches im Supermarkt zu kaufen.“

Kannst du dich noch an ein Format erinnern, das besonders gut bei den Schülern ankam?

„Die Foto-Lovestory war immer beliebt unter der Schülerschaft. Ansonsten natürlich Lehrerzitate – aber das hat sich wahrscheinlich nicht wirklich geändert. Wir haben außerdem immer Wettbewerbe in der Schülerzeitung ausgeschrieben, bei denen man etwas gewinnen konnte, da haben die Schüler auch gerne mitgemacht.“

Wie war denn allgemein das Interesse in der Schülerschaft an Eurer Zeitung?

„Schon recht groß, wir haben unsere Auflagen eigentlich immer losbekommen. Auch die Lehrer hatten Interesse.“

Wie hast Du es geschafft, schulische Leistungen trotz Deines Engagements bei der Schülerzeitung nicht zu vernachlässigen?

„Gute Frage, ich habe ja das G10 besucht [lacht], also wir haben uns die Zeit damals einfach genommen. Im G9 war es damals einfacher, das in der Oberstufe nebenbei zu machen. Ich hatte Deutsch und Englisch Leistungskurs, was es mir erlaubt hat, mich mehr in der Schülerzeitung zu engagieren.“

Wie blickst Du auf deine Schulzeit am Gymnasium Pullach zurück? Was hat dir an der Schule gefallen?

„Ich habe gute Erinnerungen an meine Schulzeit. Wir waren immer nie Gemeinschaft und auch heute – fast 20 Jahre später- sind fast alle meine besten Freunde noch alte Schulkollegen.“

Was hat Dir an der Schule gefallen? Gab Besonderheiten am Gymnasium Pullach? 

„Es gab besonders viele Angebote, die wir neben der Schule besuchen konnten. Zum Bespiel das Technik-Dreamteam, durch das Schulveranstaltungen technisch begleitet wurden, oder die SMV. Sonst auch viele Sportturniere oder andere Wahlkurse, in denen man beispielsweise Fotos im Labor entwickelt hat. Ja, das fand ich immer ganz cool.“

Was hat die Schülerschaft und Lehrerschaft ausgezeichnet? 

„Ich glaube da hat sich gar nicht so viel verändert. Man hat versucht sich zu entfalten und überlegt, wo man Parties feiern oder wie man in der Gemeinde mitwirken kann. Ich habe 2006 Abitur gemacht und die Schule wurde ja 1969 gegründet, das heißt ich habe gerade noch die Lehrergeneration mitbekommen, die von Anfang an dabei war. Kurz vor meinem Abitur wurden dann nach und nach neue Lehrer eingestellt, weswegen vor allem die Technologie sich weiterentwickelt hat. Wir hatten noch Tageslichtprojektoren und Kopiervorlagen mit blauer Tinte und das hat sich dann zu der Zeit alles geändert.“

Wie waren die Lehrer und das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler?

„Es war eigentlich immer ein ganz normales Lehrer-Schüler Verhältnis. Wir haben zwar schon viel Schmarren gemacht, aber das hat sich dennoch immer in vernünftigen Grenzen gehalten. Im Winter 2006 haben wir uns als Abiturklasse beispielsweise vor der Schule getroffen und alle Schultüren mit Schnee zugeschaufelt und mit Wasserkanistern zum Einfrieren gebracht. Das war also eine Aktion, mit denen man keinen langfristigen Schaden anrichtet, aber die Schule morgens ein bis zwei Stunden außer Gefecht setzt.“ 

Was gefällt dir an Pullach besonders gut? Was hat dich hier gehalten?

„Ich glaube es ist hier einfach ein sehr lebenswerter Ort. Man hat die Natur in der Nähe aber kommt gleichzeitig schnell in die Stadt.“

Was habt Ihr als Schüler in Pullach in Eurer Freizeit unternommen? 

„Wir waren oft unten an der Isar und haben mit Ghettoblaster und Kabeltrommeln Parties geschmissen. Außerdem war auf dem Platz, auf dem jetzt der Simmel ist, früher eine alte Autowerkstatt. Diese hat die Gemeinde für uns angemietet und auch Strom und Wasser bezahlt. Dort durfte man dann mit maximal 100 Leuten bis spätestens halb zwei nachts feiern. Oder auch im Kunstschuppen an der Autoüberführung an der Großhesseloher Brücke – das ist mittlerweile Brachland mit ein paar Holzschuppen – konnte man Parties schmeißen. Es gab also einige Möglichkeiten und das war schon eine coole Zeit damals.“